Hochverfügbarkeit für die Helden des Alltags
Komplettes Netz-Redesign für den Versandhändler engelbert strauss
Die engelbert strauss GmbH & Co. KG mit Sitz im hessischen Biebergemünd ist das führende europäische Versandhandelsunternehmen für Berufsbekleidung und Arbeitsschutz. Gut 15.000 Artikel von Atemschutzmasken über Bürobedarf bis hin zur Funktionsbekleidung und Werkstatteinrichtung hält das moderne Warenlager im malerischen Spessart ständig verfügbar. Rund 400 Mitarbeiter sorgen bei dem Familienunternehmen täglich dafür, dass jede Bestellung spätestens über Nacht bearbeitet wird und so innerhalb von 24 Stunden zum Empfänger gelangt.
Dass das Konzept der kompromisslosen Orientierung an den Wünschen des Kunden aufgeht, spiegelt sich auch im Wachstum des Versandhändlers wider. Doch sein Erfolg stellt das Unternehmen auch vor Herausforderungen. So musste engelbert strauss bereits im Jahr 2000 die erst 1994 fertiggestellten Lager- und Verwaltungsgebäude seines modernen Neubaus auf dem 35.000qm großen Betriebsgelände erheblich erweitern. Weitere sechs Jahre später folgte erneut die Planung für einen weiteren Ausbau des Logistik-Zentrums, der Bürokomplexe sowie der Logistik-Kapazitäten.
Hochverfügbarkeit ist lebenswichtig
"Unser neues Lager sollte es uns ermöglichen, die Zahl der täglich versendeten Pakete zu verdoppeln", erinnert sich Matthias Fischer, Leiter der IT bei engelbert strauss, zurück. "Voraussetzung dafür war, dass auch unser Netzwerk dieses Wachstum mitmacht und jede Art von Störung übersteht". Wie bei vielen mittelständischen Unternehmen war das lokale Netz am Standort Biebergemünd über die Jahre mit dem Unternehmen mitgewachsen. Um im Zuge der Expansion auch bei der IT eine solide Basis für die Zukunft zu schaffen, beauftragte engelbert strauss Ende 2007 den IT-Dienstleister blue networks aus dem rund 40 Kilometer entfernten Altenstadt mit der Entwicklung eines zukunftsfähigen Konzepts.
Dieser analysierte zunächst die vorhandenen Komponenten und machte sich dann an die Entwicklung eines neuen Netzwerkdesigns. "Für engelbert strauss wäre ein Stillstand des Netzwerks von einem Tag bei dem Versandvolumen kaum aufzuholen", erklärt Peer Kohlstetter, Geschäftsführer von blue networks. "Daher haben wir gemeinsam mit dem Kunden beschlossen, ein komplettes Redesign der IT-Infrastruktur durchzuführen. Auf diese Weise konnten wir die bestmögliche Lösung implementieren und gleichzeitig verhindern, dass vielleicht irgendwann einmal Altlasten den Netzbetrieb negativ beeinflussen."
Redesign mit Redundanz
Das neue Netzwerkdesign sah vor, dass zwei zentrale Layer-3-Switches im Core für vollständige Redundanz bei der Anbindung der rund 20 Etagenverteiler sorgen. Jeder Edge-Switch sollte dazu per Uplink mit beiden Core-Switches verbunden werden. Fällt in diesem Szenario einmal ein Core-Switch aus, berechnet das Spanning-Tree-Protokoll (STP) automatisch einen Ausweichweg, so dass der zweite Core-Switch allein den kompletten Netzwerkbetrieb aufrechterhalten kann. Zudem sollten die zahlreichen Server des Unternehmens mit ausreichend Bandbreite mit dem Core verbunden werden. Für den Backbone kam daher nur 10-Gigabit-Ethernet in Frage. Da alle Gebäudeteile per Glasfaser erreichbar waren, sah das Design schließlich den Verzicht auf eine Distribution-Ebene vor. Alle Edge-Switches sollten entsprechend über Gigabit-Ethernet-Glasfaserstrecken direkt Anschluss an die Core-Switches finden.
Anfang 2008 beauftragte der IT-Leiter von engelbert strauss seinen Systempartner mit der Auswahl geeigneter Netzwerkkomponenten. Auf der Liste potentieller Kandidaten standen einerseits die Produkte von Hewlett-Packard als bestehender Lieferant sowie andererseits von Cisco als weltweit größter Hersteller von Switches. Als dritten Kandidat nominierte blue networks das kalifornische Unternehmen Extreme Networks, da der Dienstleister gute Erfahrungen mit den Switches des Ethernet-Spezialisten gemacht hatte.
Starkes Stacking und guter Port-Preis
Auswahlkriterien für die Core- und Edge-Switches waren unter anderem Layer-3-Switching, die Unterstützung von Multiple-Spanning-Tree und mindestens 100 VLANs sowie eine leistungsfähige Stacking-Technologie am Netzwerk-Edge. "Alle drei Hersteller konnten beim Switching, den VLANs und bei Spanning-Tree gut mithalten", erinnert sich Peer Kohlstetter zurück. "Beim Stacking sind jedoch die Switches von HP ausgeschieden, da sie nur über eine normale Gigabit-Ethernet-Verbindung stackbar waren, während Cisco seine Geräte mit 32 GBit/s und Extreme Network sogar mit 40 GBit/s stapeln kann." Die Switches der beiden übriggebliebenen Kandidaten lieferten sich anschließend ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Entscheidung fiel letztlich zu Gunsten von Extreme Networks, da deren Geräte in mehreren Bereichen deutlich punkten konnten. "Ausschlaggebend für Extreme Networks war sowohl die wirklich gelungene Stacking-Technologie der Edge-Switches als auch die Managementsoftware Epicenter, der Cisco in dieser Preisklasse nichts entgegensetzen konnte", erklärt Matthias Fischer. "Dabei war die Lösung von Extreme Networks auch noch rund 20 Prozent günstiger als die Produkte von Cisco."
Migration im laufenden Betrieb
Für das neue Netzwerk beschaffte blue networks zunächst vier modulare Chassis-Switches vom Typ BlackDiamond 8806. Zwei dieser Switches mit je einem Management-Switch-Module MSM-48 sowie einem 10-GBE-Modul 10G4Xa bilden den Netzwerk-Core. Zwei weitere BlackDiamond 8806 mit dem gleichen 10-GBE-Modul sowie je zwei 48-Port-GBE-Modulen G48Te sorgen für den Anschluss der Serverfarm an das Netz. Die vier BlackDiamond-Switches sind über eine Ringstruktur mit 10-Gigabit-Ethernet miteinander verbunden. Die beiden Core-Switches stellen zudem jeweils ein 10-GBE-Uplink in die Marketing-Abteilung bereit, die mit sehr großen Dateien arbeitet und entsprechend mehr Bandbreite benötigt. Alle anderen Edge-Switches sind per Gigabit-Ethernet mit dem Core verbunden.
Im ersten Schritt der Migration baute blue networks die vier BlackDiamonds parallel zur alten Infrastruktur auf und stellte eine temporäre Verbindung zum bestehenden Netzwerk-Core her. An insgesamt zehn Abenden und Wochenenden bauten die Techniker dann an den 20 Etagenverteilern insgesamt 50 stapelbare Edge-Switches von Typ Summit X250 und Summit X450 auf und schlossen sie per Glasfaser an die BlackDiamonds an. Auf diese Weise migrierte der Dienstleister Zug um Zug das bestehende Netzwerk auf die neue Infrastruktur. Der Aufbau des Netzes im neuen Logistikzentrum konnte während der normalen Geschäftszeiten erfolgen. Alle auftretenden Probleme bei der Migration lösten die Techniker von blue networks dabei direkt vor Ort, so dass die Umstellung für engelbert strauss ohne Beeinträchtigung des Tagesgeschäfts erfolgte.
Genug Raum für weiteres Wachstum
Kapazitätserweiterungen bei Edge-Ports oder die redundante Anbindung weiterer Server sind mit dem neuen Netz heute ein Kinderspiel. Im ersten Fall stellt die IT-Abteilung einfach einen weiteren Summit X250 oder X450 auf den vorhandenen Edge-Switch und verbindet die Geräte mit der 40-GBit-Stacking-Verbindung. Für zusätzliche Ports im Core oder an den Server-Switches stehen in den BlackDiamond-Chassis noch ausreichend freie Slots bereit.
Die Firma blue networks betreut das Netzwerk von engelbert strauss seit 2009 auch im laufenden Betrieb. Die Mitarbeiter der IT-Abteilung des Versandunternehmens nehmen kleinere Konfigurationsänderungen direkt selbst über die grafische Oberfläche der Managementsoftware Epicenter vor Ort vor. Seit Inbetriebnahme des neuen Netzwerks ziert zudem ein großer Flachbildschirm mit einem detaillierten Netzwerkwerkdiagram aus Epicenter eine Wand des Network Operation Centers von engelbert strauss. "Da wir jetzt vollkommen redundante Pfade in unserem Netz haben, würden wir es gar nicht mitbekommen, wenn eine Verbindung einmal ausfallen sollte", freut sich der IT-Leiter. "Doch über den Flatscreen und Epicenter haben wir unser neues Netzwerk immer komplett im Blick".
Fazit
Durch die Investition in ein modernes Unternehmensnetzwerk hat engelbert strauss nun eine hochverfügbare Netzwerkinfrastruktur aus Produkten von Extreme Networks, die auch weiterem Wachstum gelassen entgegensieht. "Zuverlässige Hardware, ein modernes Switch-Betriebssystem, das gute Preis-Leistungsverhältnis insbesondere bei 10-Gigabit-Ethernet und ein sehr einfaches Management sprechen einfach für sich", resümiert Matthias Fischer.
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