Operation am offenen Herzen
Erfolgreiche Migration der Core-Switches bei der Schweizer HINT AG trotz enger Wartungsfenster
Die Schweizer Health Information Technologies AG, kurz HINT AG genannt, ist das führende IT-Unternehmen im Gesundheitsbereich. Das Unternehmen entstand im Jahr 2004 aus der Zusammenlegung und Verselbständigung zweier Spital-IT-Abteilungen. Heute betreiben die mehr als 60 IT-Spezialisten der HINT AG für ihre neun Kunden aus dem Gesundheitsbereich mit insgesamt 3.400 Benutzern mehr als 100 Fachanwendungen in ihren beiden Rechenzentren.
Dabei setzt die HINT AG bereits seit dem Jahr 2005 in ihrem Netzwerk auf Produkte von Extreme Networks. "Als Avaya damals aus dem L3 Switching-Geschäft ausgestiegen ist, haben wir uns nach geeigneten Nachfolgeprodukten umgesehen", erinnert sich Andreas Wolf, Head of Network Operation bei HINT, zurück. "Damals haben wir uns viele Alternativen von Cisco über Extreme Networks bis Foundry angesehen, evaluiert und durchkalkuliert. Die Entscheidung fiel damals zu Gunsten von Extreme Networks, da die Produkte mit dem neuen Betriebssystem Extreme XOS über eine zukunftweisende Architektur verfügten und gleichzeitig im Vergleich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis boten."
In den Rechenzentren der HINT AG stehen heute mehr als 425 Server, die jeweils über zwei Kupferkabel im Teaming an zwei Top-of-Rack-Switches vom Typ Extreme Networks X450 / X450a angebunden sind. Diese, sowie die X250 / X150 -Edge-Switches in 15 Gebäuden und 55 Unterverteilern des Kantonsspitals Aarau, sind per Glasfaser mit rund 15 Distribution-Switches im dortigen Rechenzentrum verbunden. Bis Ende 2008 hatte die HINT AG so insgesamt rund 350 Switches von Extreme Networks in den Gebäuden ihrer Kunden sowie in den beiden Rechenzentren im aktiven Einsatz. Einzig im Corebereich verrichteten noch zwei Avaya-P882-Switches ihren Dienst – und genau dies bereitet dem IT-Dienstleister zunehmend Kopfschmerzen.
Neue Switches braucht das Core
So zeichneten sich bereits seit geraumer Zeit Engpässe in Bandbreiten und der Skalierung ab. Es gibt nachwievor einiges an Datensicherungen, welche nicht LAN free durchgeführt werden können, weshalb auf den physischen Verbindungen Auslastungen bis zu 80 Prozent verzeichnet wurden. Erschwerend kam hinzu, dass die Wartungsverträge der Switches von Avaya ausliefen, womit auch eine Versorgung mit Ersatzteilen für die Zukunft nicht mehr sichergestellt war. "Wir tragen hier für den sicheren und hochverfügbaren IT-Betrieb von insgesamt sechs Spitälern die Verantwortung, was für uns eine extrem hohe Verpflichtung bedeutet", erklärt Andreas Wolf. "Daher mussten wir zeitnah handeln, denn ein Ausfall unserer Core-Switches wäre für alle Beteiligten eine echte Katastrophe gewesen."
Da die internen IT-Spezialisten zu der Zeit mit zahlreichen Projekten ausgelastet waren, holte sich HINT AG für das Projekt "Core-Router-Migration" mit der new-win ag aus Suhr einen vertrauten Partner mit ins Boot. Dort zeichnete sodann Kurt Fricker als Projektleiter für die Organisation, Koordination und Controlling des Projekts verantwortlich. Ziel des Projektes war es, die beiden Avaya-Core-Switches durch zwei Black Diamond 8810 von Extreme Networks abzulösen. "Da bereits das restliche Netzwerk auf Komponenten von Extreme Networks basierte war es naheliegend, auch unser Core mit Switches dieses Herstellers auszurüsten", erklärt Andreas Wolf. "Und da sich in den letzten Jahren unsere Entscheidung für Extreme Networks als richtig herausgestellt hat, gab es auch keinen Grund, daran etwas zu ändern." Nicht umsonst ist die HINT AG seit Januar 2009 auch Gold-Partner von Extreme Networks und entsprechend im Umgang mit den Produkten geschult und zertifiziert.
Enge Wartungsfenster erfordern präzise Planung
Da die HINT AG für die Migration der Core-Switche keine zusätzlichen Wartungszeiten erhielt und das Risiko einer „heissen“ (auf einen Rutsch) Umstellung zu hoch war, mussten die Planungen entsprechend gestaltet werden. So musste das Team um Kurt Fricker mit den ohnehin knapp bemessenen vier Stunden pro Monat auskommen, in denen zudem die restliche Wartung am Netzwerk durchzuführen war.
Um erste Erfahrungen für die Migration zu sammeln, wurden für das Projekt zunächst zwei identische Core-Switche von Avaya besorgt. Damit baute das Projektteam in ihrem Test-Labor die aktive Umgebung der HINT AG nach und stellte parallel dazu die neuen Core-Switche von Extreme Networks auf, die der Schweizer Distributor Phonet zeitnah lieferte. So konnten die IT-Spezialisten zunächst die Anbindung und Interoperabilität der Komponenten untereinander testen. "Wir hatten bereits beim Design des alten Netzwerks darauf geachtet, die Konfiguration möglichst einfach zu halten, um im Problemfall schneller eine Lösung zu finden", erläutert Kurt Fricker. "Wohl auch aus diesem Grund sind bei unseren Labortests wenige Probleme aufgetreten, die wir nicht auf anhin selbst lösen konnten." Gleichzeitig machte dies die Migration der Konfigurationen auf die neuen Switches einfacher.
Nach erfolgreichem Abschluss der Vorprüfungen entwickelte der Projektleiter ein Migrationsdrehbuch, das die einzelnen Schritte der Umstellung auf insgesamt vier Wartungsfenster verteilt detailliert dokumentierte. Neben der eigentlichen Planung diente das Migrationsdrehbuch auch der Darstellung des Projekts gegenüber den Kunden der HINT AG. So waren diese von Tag eins an über die bevorstehende Umstellung informiert. Zudem ließen die Projektverantwortlichen den Migrationsplan zur Sicherheit auch von den Extreme Networks Professional Services überprüfen. "Eine Core-Migration im Live-Betrieb ist wie eine Operation am offenen Herzen", erklärt Kurt Fricker. "Daher haben wir jede uns vorstellbare Anstrengung unternommen, damit diese so reibungslos wie möglich abläuft."
Migration in drei Schritten
Am ersten Wartungsfenster im April stellten der Projektleiter mit seinem Projektteam der HINT AG zunächst die neuen Core-Switche neben die alten Geräte und setzten den aktiven Link einzelner redundant angebundener Distribution- und Server-Switche auf den neuen BlackDiamond 8810, während der passive Link weiterhin als Fallback auf die Avaya-Switche führte, auch wurden einzelne Routinginstanzen auf den neuen Core verschoben. Einen Monat später wurden dann die restlichen Switche und Routinginstanzen auf den neuen Core migriert, während weiterhin ein Standby-Link zum alten Core belassen wurde. Im Juni wanderten schließlich auch die passiven Verbindungen auf den BlackDiamond 8810 und die IT-Experten konnten die alten Core-Switche ausschalten. An den drei kritischen Tagen war neben den Experten von new-win und HINT auch ein Mitarbeiter der Extreme Networks Professional Services anwesend, um im Problemfall einen kurzen Weg zum Support zu gewährleisten.
Operation geglückt
Den problemlosen Ablauf der Migration verdankt die HINT AG vor allem der guten Planung im Vorfeld. "Eigentlich ist das Ganze zu reibungslos abgelaufen", resümiert Andreas Wolf im Nachhinein mit einem Augenzwinkern. "Denn so hat von den Endbenutzern niemand mitbekommen, was für ein Aufwand eigentlich hinter den ganzen Projekt stand."
All die Aufwände waren nicht nur für die Migration ohne Netzausfall gut investiert. So verfügt die HINT AG heute über ein Netzwerk, das nicht nur technisch auf dem aktuellen Stand ist. Auch lässt sich jetzt, durch die Standardsierung und Homogenisierung, vieles über die Managementsoftware Epicenter von Extreme Networks administrieren, was beispielsweise parallele Firmware-Updates der Switche und vor allem auch eine bessere Ausnutzung der knappen Wartungsfenster ermöglicht. Gleichzeitig ist natürlich auch die Wartung und Ersatzteilversorgung der Netzwerkkomponenten kein Thema mehr. Flaschenhälse in Skalierung und Bandbreite konnten eliminiert werden, so sind wir nun ausgezeichnet gerüstet für die künftigen Ansprüche. Schließlich bilden die beiden BlackDiamond 8810 im Datacenter eine zukunftssichere Basis für das geplante Redesign des Netzwerks, das als nächstes größeres IT-Projekt im Raum steht, um den gewachsenen Anforderungen der Kunden der HINT AG Rechnung zu tragen.
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