Die Huelsenberg Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Pinneberg bei Hamburg ist eine Dachgesellschaft, zu der unter anderem prominente Tochterunternehmen wie die Union Agricole Holding AG und die Durag Holding AG zählen. Die Union Agricole Holding AG ist mit 33 Produktions- und Vertriebsgesellschaften in vielen Ländern Europas in den Bereichen Tiernahrung, Schweinezucht, Futterhygiene, Biotechnologie und erneuerbare Energien erfolgreich tätig. Die Durag Holding AG hat sich mit ihren Tochtergesellschaften zu einem weltweit agierenden Anbieter für Mess- und Regelungstechnik in den Bereichen Feuerungstechnik in Großfeuerungsanlagen, Umweltmesstechnik für Emissionen und Immissionen sowie Verkehrssensorik entwickelt.
In der Pinneberger Konzernzentrale der Huelsenberg Holding betreut die fünfköpfige Mannschaft um IT-Bereichsleiter Dr. Ekkehard Gefken die IT-Infrastruktur von rund 500 Mitarbeitern der Konzerngruppe. Weitere fünf Kollegen kümmern sich um das SAP-System. Im zentralen Rechenzentrum stellen die Administratoren für die Mitarbeiter der Tochterunternehmen unter anderem Exchange- und Sharepoint-Dienste, File- und Print-Services sowie den Zugriff auf das SAP über Terminaldienste bereit. Die insgesamt neun Außenstellen sind über SDSL-VPNs mit 1 MBit/s Bandbreite, MPLS Verbindungen mit 1 MBit/s und mit einer 10 MBit/s schnellen EthernetConnect Verbindung mit der Zentrale verbunden. Das Rechenzentrum selbst verfügt über einen Internetzugang mit 10 MBit/s. Neben den genannten Diensten läuft auch der Internetverkehr der Außenstellen zunächst über die WAN-Verbindungen in die Zentrale, bevor er über einen Proxy in das Internet gelangt. Schließlich replizieren alle in den Niederlassungen installierten Server permanent ihre Daten in das zentrale Rechenzentrum und sorgen so für eine hohe Verfügbarkeit auch von dezentral abgelegten Dateien.
Dateizugriff über das WAN war zu langsam
Im Laufe des Jahres 2008 häuften sich bei den Administratoren der Huelsenberg Holding zunehmend Klagen von Benutzern in Außenstellen, dass das Öffnen und Speichern von zentral ablegten Dateien ein halbe Ewigkeit dauere. Daher machte sich Ende 2008 der für die WAN-Strecken zuständige Netzwerkadministrator Alen Ahja daran, eine nachhaltige Lösung für dieses Problem zu finden. „Grundsätzlich hatten wir damals zwei Ansätze diskutiert: Die Verdoppelung der Bandbreite, verbunden mit der Migration von SDSL- auf MPLS-VPNs, oder die Beschleunigung der bestehenden Verbindungen mit Hilfe von darauf spezialisierten Produkten“, erinnert sich Ahja zurück. „Um eine erste Richtung vorgeben zu können, haben wir dann zunächst die Kosten der Alternativen verglichen.“
Mehr Bandbreite ist mittelfristig teurer
Hierzu holte die Huelsenberg Holding zunächst von den Herstellern Blue Coat, Cisco, Citrix und Riverbed Angebote für ihre Lösungen zur WAN-Optimierung ein. Diese mussten sich dann dem Vergleich mit den Kosten einer Umrüstung der SDSL-Strecken an allen neun Außenstandorten auf MPLS-VPN-Verbindungen mit 2 MBit/s stellen. „Unsere Rechnung hat dabei ergeben, dass bereits nach vier Jahren die WAN-Beschleunigung kostengünstiger war als der Ausbau der WAN-Strecken“, erläutert der Netzwerkspezialist. „Daher haben wir uns strategisch entschieden, den Weg der WAN-Optimierung weiter zu verfolgen.“
Aufwändige Testinstallation
Um zu prüfen, ob die Kandidaten auch in der Praxis das halten, was die Hersteller versprachen, mussten sich die WAN-Beschleuniger im nächsten Schritt einem Praxistest unterziehen. Da Produkte von Riverbed und Cisco unter anderem aus Kostengründen bereits ausgeschieden waren, plante der Administrator für das Frühjahr 2009 jeweils zwei dreiwöchige Testphasen für die Lösungen von Blue Coat und Citrix ein. „Wir hatten bereits seit längerem einen Blue Coat Packetshaper für die Bandbreitenzuweisung erfolgreich im Einsatz und über unsere Terminalserver-Installation auch zu Citrix eine gute Geschäftsbeziehung“, erläuterte Ahja. „Daher haben wir uns für den Test dann auf die Produkte dieser beiden Hersteller konzentriert.“
Zur Evaluation der ProxySG-Appliances von Blue Coat forderte die Huelsenberg Holding zunächst je eine Appliance von Typ ProxySG 810, 510 und 210 an. Das größte Gerät sollte dabei im zentralen Rechenzentrum zum Einsatz kommen, während die ProxySG 510 für die größte Außenstelle und die ProxySG 210 in den kleineren Niederlassungen vorgesehen waren. „Bereits im ersten Test hatten wir bei dem Dateizugriff über CIFS allein durch die Optimierung der IP-Pakete einen Beschleunigungsfaktor von 2,5 – was schon sehr beachtlich war“, erinnert sich Alen Ahja zurück. „Dabei hatten wir noch nicht einmal das Objekt-Caching aktiviert.“
Eine kleine Herausforderung bei der Konfiguration bereiteten zunächst die VLANs in den Außenstellen, die mit Hilfe eines Presales-Consultants von Blue Coat schnell gelöst werden konnte. Für die im Anschluss evaluierten Produkte von Citrix erwiesen sich die VLANs der Niederlassungen hingegen als unüberwindbare Hürde, so dass die Huelsenberg Holding den Test dieser Geräte bereits nach einer Woche abbrechen musste. Erst nach der Testphase konnte der Hersteller eine Lösung für das Problem anbieten, die dann aus Zeitgründen jedoch nicht mehr praktisch evaluiert werden konnte.
Technologischer Vorteil für Blue Coat
Mit Hilfe einer Matrix entschieden sich die Verantwortlichen der Huelsenberg Holding Mitte 2009 schließlich für die ProxySG-Appliances von Blue Coat. Für Blue Coat sprachen dabei neben den guten Testergebnissen und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis zudem die technologischen Vorteile der Lösung bei der Optimierung der Protokolle CIFS und MAPI.
Danach ging es bei der Pinneberger Holding Schlag auf Schlag. Zunächst bestellte das Unternehmen zwei ProxySG 810, die in einer Active-Active-Installation im Pinneberger Rechenzentrum zum Einsatz kommen. Für die Außenstelle Hamburg orderte die IT-Gruppe eine ProxySG 510, sowie sieben weitere ProxySG-210-Appliances für die kleineren Standorte. Auf Grund der Erfahrungen aus der Evaluation konnte Administrator Ahja alle Geräte aus Pinneberg vorkonfiguriert in die Außenstellen schicken und dort remote Zug um Zug aktivieren.
Achtfache Beschleunigung
Im Schnitt erzielt die Huelsenberg Holding heute eine achtfache Beschleunigung des Dateizugriffs zwischen der Zentrale und ihren Außenstellen über die bestehenden WAN-Strecken. Die übertragene Datenmenge reduzieren die Appliances von Blue Coat im Vergleich zur Ausgangssituation um rund 87 Prozent. Selbst die Datenreplikation der Server in den Außenstellen über ein proprietäres Protokoll läuft dank den ProxySG-Appliances jetzt rund doppelt so schnell als vorher, so dass auch Alen Ahja in diesem Punkt seine Entscheidung nicht bereut. „MPLS hätte zwar die Latenz im WAN von rund 50 auf knapp zehn Millisekunden heruntergebracht, aber wir wären weder in den Genuss der Protokolloptimierung noch von Object- und Byte-Caches gekommen“, schließt der Administrator. „Für uns hat sich die Lösung von Blue Coat daher absolut rentiert.“
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