Blue Coat beschleunigt Berliner Stadtreinigung (BSR)
Dienstleister reduziert mit ProxySG-Appliances von Blue Coat seinen CIFS-Verkehr im WAN um 85 Prozent
Bei der Berliner Stadtreinigung kümmern sich täglich mehr als 5.000 Mitarbeiter von der Abfallentsorgung über den Betrieb von Recyclinghöfen bis hin zur Straßenreinigung und dem Winterdienst. Dazu unterhält die Anstalt des öffentlichen Rechts in der Hauptstadt und Teilen von Brandenburg insgesamt 35 Außenstellen wie Recyclinghöfe, Schadstoffsammelstellen, Betriebshöfe und Regionalstellen.
Je nach Anzahl der PC-Arbeitsplätze vor Ort sind diese über WAN-Verbindungen mit Bandbreiten zwischen 2 und 100 Mbit/s mit dem zentralen Rechenzentrum des Unternehmens in der Ringbahnstraße verbunden. Über diese VPNs läuft neben normalem Office-Verkehr wie CIFS, MAPI und Print-Daten auch der Internetverkehr der Außenstellen. Deren Anbindung war je nach Größe so dimensioniert, dass die Mitarbeiter vor Ort zwar nicht mit LAN-Geschwindigkeit, aber noch mit tolerablen Antwortzeiten auf zentrale Daten und Anwendungen zugreifen konnten. Doch als Mitte 2008 das Facility Management der Berliner Stadtreinigung damit begann, ein flächendeckendes Managementsystem für Gefahrenmeldeanlagen einzuführen, war es mit dem Frieden im WAN erst einmal vorbei.
"Je mehr Standorte wir mit dem System ausgestattet haben, desto mehr brach der Datendurchsatz auf den WAN-Strecken mit weniger als 10 Mbit/s ein", erinnert sich Frank Basler, Leiter des Bereiches Kommunikationsnetze bei der Berliner Stadtreinigung zurück. "Wir haben dann zunächst versucht, über den Hersteller der Anwendung das Problem in den Griff zu bekommen. Doch dies war leider nur von wenig Erfolg gekrönt."
Bandbreitenerhöhung zu teuer
Um das Problem in den Griff zu bekommen, lies sich Frank Basler Mitte 2009 zunächst von lokalen Netzanbietern Angebote über eine Erhöhung der Bandbreite von 2 auf 10 Mbit/s für die betroffenen Niederlassungen unterbreiten. Dabei stellte sich heraus, dass dies trotz der relativ begrenzten regionalen Ausbreitung mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Auf der Suche nach günstigeren Alternativen stieß er dann über einen Berater auf einen Hersteller von WAN-Beschleunigern, die insbesondere eine Optimierung des umfangreichen CIFS-Datenverkehrs versprachen. "Auf den ersten Blick sahen die uns angebotenen Geräte auch nicht schlecht aus", sagt Basler. "Doch als Anstalt des öffentlichen Rechts müssen wir Beschaffungen in dieser Größenordnung ausschreiben – was sich für uns diesmal als Glücksfall erwies."
Umfangreiche Evaluation
Da bei herstellerneutralen Ausschreibungen immer die Gefahr besteht, am Ende nicht das optimale Produkt zu bekommen, suchte der Leiter Kommunikationsnetze zunächst nach passenden Kandidaten für einen ausführlichen Praxistest. Der Gewinner der Tests, für die sich das Unternehmen rund sechs Wochen Zeit einplante, sollte im Anschluss dann herstellerspezifisch ausgeschrieben werden. Über Gespräche mit Systemhäusern und Beiträge in der Fachpresse entschied sich Frank Basler schließlich für die Evaluation von drei Lösungen, darunter auch die von Blue Coat Systems. "Wir hatten zunächst noch einen vierten Hersteller auf dem Radar. Aber dessen Lösung galt als sehr aufwendig zu integrieren und es gab keine Referenzen in Deutschland, so dass wir davon Abstand genommen haben", so Basler.
Blue Coat war Sieger nach Punkten
Für die Tests der drei unterschiedlichen WAN-Beschleuniger wählte der IT-Verantwortliche je einen Standort mit 2-Mbit- und 10-Mbit-Anbindung aus. Die Evaluation der einzelnen Systeme erfolgte dabei sequentiell an beiden Standorten. Jeder Hersteller erhielt zwei Wochen Zeit, um mit seiner Lösung in der Praxis zu überzeugen. Pro Testlauf bewertete das Unternehmen drei Bereiche: die tatsächlich gemessene Beschleunigung, die vom Anwender wahrgenommene Beschleunigung – neudeutsch auch User-Experience genannt – sowie die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur Bandbreitenerhöhung. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte nach der Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen (UFAB) über eine Matrix mit verschieden gewichteten Kategorien. Sieger nach Punkten waren schließlich die ProxySG-Appliances von Blue Coat Systems: "Während Blue Coat und noch ein Hersteller bei der gemessenen Beschleunigung vorne lagen, waren die ProxySG-Appliances von Blue Coat sowohl bei der vom Anwender wahrgenommenen Beschleunigung als auch bei der Wirtschaftlichkeit die besten", resümiert Frank Basler. "Daher haben wir im Oktober insgesamt 20 Appliances von Blue Coat herstellergebunden ausgeschrieben." Die Ausschreibung gewann der Systemintegrator Integralis, der die Berliner Stadtreinigung auch beim Rollout der Produkte unterstützte.
Arbeiten wie in der Zentrale
Im ersten Zug beschaffte die Berliner Stadtreinigung zwei ProxySG-Appliances vom Typ 8100, die in einer Cluster-Konfiguration im Rechenzentrum die zentrale Anlaufstelle für die Niederlassungen darstellen. Zwei Standorte mit 10-Mbit/s-WAN-Anbindung erhielten je eine ProxySG 510 und 15 Standorte mit 2-Mbit-Anbindung stattete das Unternehmen mit je einer ProxySG-210-Appliance aus. Für die zentrale Konfiguration und Verteilung von Policies erwarb der Dienstleister zudem eine Director-Appliance, die in der Zentrale ihren Dienst versieht.
Viereinhalb Monate und 50 Manntage seit Beginn der Evaluation war es Mitte Dezember 2009 dann soweit: Die insgesamt 19 ProxySG-Appliances nahmen ihren Betrieb auf – und die Reaktion der Mitarbeiter war begeistert. "Schon in der Testphase waren die Kollegen an den Außenstandorten enttäuscht, als wir die Blue-Coat-Appliances wieder abschalten mussten", erzählt Frank Basler mit einem Schmunzeln. "Nachdem wir in den Live-Betrieb gegangen sind, sagten mir unsere Anwender dann, dass sie jetzt endlich so arbeiten könnten wie in der Hauptverwaltung."
Doch nicht nur die gefühlte Geschwindigkeit hat sich bei den Mitarbeitern in den Außenstellen der Berliner Stadtreinigung dramatisch verbessert. Auch die gemessenen Beschleunigungswerte lassen das Herz des Netzwerkleiters höher schlagen. So reduzieren die ProxySG-Appliances seit Dezember 2009 den CIFS-Verkehr im WAN des Unternehmens um 85 Prozent, wobei CIFS rund 75 Prozent des gesamten Datenverkehrs ausmacht.
Wirtschaftlich günstiger
Auch finanziell hat sich für die BSR das Projekt gerechnet. "Nach unserer Kalkulation sparen wir über fünf Jahre gerechnet mit der jetzigen WAN-Beschleunigung knapp die Hälfte dessen, was wir für mehr Bandbreite bezahlt hätten", rechnet Basler vor. "Außerdem hat sich die Leistung unserer WAN-Strecken um den Faktor 13 verbessert, während mehr Bandbreite die Kapazität nur verfünffacht hätte."
Auf Grund der guten Erfahrungen mit den ProxySG-Appliances von Blue Coat hat die Berliner Stadtreinigung 2010 noch vier weitere ProxySG-510-Appliances nachgekauft, um auch die restlichen Standorte mit 10-Mbit-Anbindung zu beschleunigen. Damit ist das Unternehmen für die nächsten Jahre so gut aufgestellt, so dass Frank Basler weiteren neuen Anwendungen sehr gelassen entgegensieht.
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